Abhaken, Mund abwischen, weitermachen: Nach dem verlorenen Derby in Rostock (26:34) wartet direkt die nächste Aufgabe. Am Samstag, dem 10. Oktober, empfangen unsere Jungs die HG Hamburg-Barmbek in der Vogelsanghalle. Anwurf ist um 18:00 Uhr – Spieltagspräsentator ist das Istanbul Restaurant.
„Wir sind Barmbek, wir sind ein Arbeiterviertel. Und bei uns wird Handball gearbeitet.“ So stellt sich die HG Hamburg-Barmbek selbst vor, und das beschreibt unseren Gast ziemlich genau. Mit den Trainingsumfängen der Spitzenclubs kann Barmbek nach eigener Aussage nicht mithalten. Dafür steht da ein Team, das jedem Gegner ein unangenehmes Spiel aufzwingt. Für uns sind die Hamburger alte Bekannte: In der ersten Saison von Steffen Fischer als Trainer beim SHV war es Barmbek, das uns in der Qualifikation den Weg in die 3. Liga versperrte. Seitdem pendelte die HG zwischen vierter und dritter Liga. In der Vorsaison haben die Hamburger die Klasse gehalten, in diesem Jahr wollen sie sich in der 3. Liga etablieren. Ihre Heimspiele tragen sie in der Sporthalle Wandsbek aus.
Die Ausgangslage
Lange sah es nach einem Fehlstart aus: Nach sechs Spielen stand Barmbek mit 1:11 Punkten am Tabellenende. Dann kam am Mittwoch das Hamburger Lokalderby – und mit dem 32:29 gegen den Handball Club Hamburg II der erste Saisonsieg. Damit reisen die Hamburger mit 3:11 Punkten und 215:238 Toren als Tabellenfünfzehnter an, und mit frischem Selbstvertrauen. Die Tabelle täuscht ohnehin. 215 Treffer in sieben Spielen sind im Schnitt mehr als 30 pro Partie – mehr als bei unseren Jungs (29). Vorne funktioniert das Barmbeker Spiel, hinten heraus fehlte bislang die Luft.
Das zieht sich durch die ganze Saison. In Flensburg führte die Mannschaft von Trainer Mirco Demel zum Auftakt 10:6 und verlor 25:30. Gegen Aufsteiger Delitzsch ging der Heimsieg in der letzten Minute verloren (30:30). Gegen Aufstiegskandidat Braunschweig stand es nach zwölf Minuten 8:4 für Barmbek, am Ende 35:37. In Rostock führten die Hamburger in der Schlussphase 30:26 und in der 56. Minute noch 32:29, bevor Empor in den letzten Sekunden zum 34:33 traf. Gegen Werder reichten zwei Vier-Tore-Führungen nicht (30:34). Nur beim 30:44 in Aue, nach sieben Stunden Busfahrt, war die Partie früh entschieden.
Heißt übersetzt: Diese Mannschaft kann führen – und seit Mittwoch weiß sie auch, wie man einen Sieg ins Ziel bringt. Wer sie für einen Selbstläufer hält, liegt nach zwanzig Minuten hinten.
So spielt Barmbek
Demel setzt hinten auf eine bewegliche 6:0-Deckung mit Frederic Stüber und Bo Matussek im Mittelblock. Vorne lebt das Team vom Tempospiel über schnelle Mitte und zweite Welle – und immer wieder vom siebten Feldspieler. Mit diesem Mittel hat Barmbek Braunschweig und Rostock an den Rand einer Niederlage gebracht.
Personal im Blick
- Fabian Neher (Rückraum, Nr. 20): der Mann für die Tore und für den Siebenmeterstrich. 53 Treffer in sieben Spielen – mehr als doppelt so viele wie jeder Mitspieler. Gegen Braunschweig waren es allein 14 Tore, elf per Siebenmeter. Strafwürfe gegen uns sollten wir also vermeiden.
- Frederic Stüber (Kreis, Nr. 2): Abwehrchef im Mittelblock – und vorne ebenfalls gefährlich: 19 Tore in fünf Spielen.
- Tim Geyer (Rückraum links, Nr. 17): kommt über kurze Kreuzungen und Durchbrüche. Beim letzten Gastspiel in Stralsund war er mit sieben Toren bester Barmbeker Werfer, gemeinsam mit Kreisläufer Arne Eschweiler (Nr. 22).
- Kay Siemer (Tor, Nr. 12): der sichere Rückhalt, in den Spielberichten der Hamburger regelmäßig gelobt – und beim 35:37 gegen Braunschweig sogar zweimal selbst Torschütze.
Die letzten Duelle
In dieser Saison treffen wir zum ersten Mal aufeinander. In der Vorsaison gingen beide Spiele an uns: 34:29 (15:12) am 30. August 2025 vor 588 Zuschauern in der Vogelsanghalle, 33:31 am 17. Januar 2026 in Hamburg. Leicht war keines davon. Im Heimspiel stand es nach knapp 40 Minuten 21:21, ehe fünf Tore in Folge die Partie entschieden.

Warum dieses Spiel brandgefährlich ist
Machen wir uns nichts vor: Dieses Spiel kommt für uns zur ungünstigsten Zeit. Uns fehlen am Samstag vier Spieler: Kapitän Linus Skroblien, Kreisläufer Fiete Berger und aus dem Rückraum Volodymyr Shcherban und Mykyta Chernakov. Von unseren sieben Rückraumspielern stehen nur vier zur Verfügung, am Kreis sind es noch zwei. Gegenüber steht eine Mannschaft, die im Schnitt mehr als 30 Tore pro Spiel wirft, mit Fabian Neher einen Schützen hat, der auf mehr als sieben Treffer pro Partie kommt, und die mit dem siebten Feldspieler jede Abwehr bis zur letzten Minute laufen lässt.
Ausgerechnet Barmbek weiß, wie sich das anfühlt. In Rostock kam die HG mit acht Feldspielern aus und verlor ein schon gewonnen geglaubtes Spiel, weil hinten heraus die Körner fehlten. Am Samstag sind wir die Mannschaft mit der dünnen Bank. Und die Hamburger kommen mit dem ersten Saisonsieg im Rücken und ohne etwas zu verlieren.
Der Plan der Jungs ist klar: früh wach sein, hinten zupacken, Barmbeks Tempo bremsen. Den Rest müsst ihr machen.
Rückenwind gesucht
Genau deshalb brauchen wir euch am Samstag wie selten zuvor. Wenn auf der Platte die Kräfte schwinden, muss die Energie von den Rängen kommen. Jeder Ballgewinn, jede Parade, jedes Tor braucht euren Lärm – von der ersten bis zur 60. Minute. Steht auf, wenn es eng wird. Werdet lauter, wenn Barmbek führt. Tragt die Jungs durch die schweren Phasen. Am Samstag ist die Rote Wand unser wichtigster Spieler.
Tickets für das Heimspiel gibt es an der Abendkasse und vorab online. Ohne euch kein Wir. #SeiTeilDesTeams – Auf geht’s, SHV!
Gut zu wissen
- Spiel: Stralsunder HV – HG Hamburg-Barmbek (8. Spieltag, 3. Liga Staffel Nord/Ost)
- Datum: Samstag, 10. Oktober 2026
- Anwurf: 18:00 Uhr
- Spielort: Vogelsanghalle, Stralsund
- Tabelle: SHV 7. (6:6 Punkte, 174:176 Tore) · Barmbek 15. (3:11 Punkte, 215:238 Tore)
- Letzte Duelle: 34:29 (heim, 30.08.2025) · 33:31 (auswärts, 17.01.2026)
- Spieltagspräsentator: Istanbul Restaurant Stralsund
- Tickets und alle Termine: shv-handball.de/tickets
